Am dritten Tag schliefen wir zunächst etwas länger und nach dem Frühstück kam die Sonne raus. Also beschlossen wir noch einmal an den Strand zu fahren. Wir fuhren wieder über die guten Fahrradwege durch den Wald Richtung Haupt-Badestrand, dann gingen wir wieder Richtung Osten vorbei an Paal 7 und suchten uns einen schönen Platz. Da es sonniger Tag war, waren deutlich mehr Menschen am Strand und liefen der Brandung entgegen. So machten wir es dann auch, wir waren ziemlich weit reingegangen, die Flut ging auf den höchsten Stand zu und hohe Wellen schlugen uns entgegen. So dass uns das Wasser bis ins Gesicht kam, der Geschmack des salzigen Wassers war gut zu spüren. Dann ließen wir uns am Strand wieder trocknen und unterschätzen dabei die Kraft der Sonne, am Ende waren wir dann ganz rot. Denn wir Kalk-Indianer waren an so viel Sonne nicht gewohnt. So traten wir den Rückzug an und auch das Wasser war schon wieder auf dem Rückzug. Wieder zurück am Strandaufgang kehrten wir noch einmal beim Strand-Pavillon ein. Danach kehrten wir wieder zurück zum Hotel, wo wir uns zuerst den Sand abduschten.

Nach einer größeren Pause, beschlossen wir die Insel weiter zu erkunden. Zuerst kehrten wir „Schiermonnikoger Vishandel“. Hier genossen wir jeder eine Portion Kibbeling, eine Portion Fritten teilten wir uns. Beides war sehr lecker zubereitet, wir können es nur empfehlen. Der Vishandel liegt etwas versteckt am Noorderstreek. Aber am Badweg weist ein großes Hinweisschild darauf hin. Obwohl er so abgelegen liegt, scheint er doch bekannt zu sein, denn es herrschte großer Andrang, die zahlreichen Kunden wurde zügig bedient. Hinter dem Vishandel liegt das Dorpshuis, wahrscheinlich ein Gemeinschaftshaus für die Einheimischen und dahinter wiederrum führt ein steiler Weg hinauf zum weißen Leuchtturm, der aber eigentlich schon lange keiner mehr ist. Er ist schon wenige Jahre nach der Inbetriebnahme wieder außer Betrieb genommen worden, da der andere Leuchtturm ein Rundum-Licht bekommen hat. Er wurde dann anschließend wohl als Wasserturm gebraucht, denn in der offiziellen Fietsen-Karte steht er unter der Bezeichnung „Watertoren“. Auch das wurde mit der Zeit hinfällig und so dient er heute nur noch der KPN als Sendemast. Heutzutage befindet er sich in Privatbesitz, ein Verein kümmert sich um die Unterhaltung. Vom weißen Leuchtturm fuhren wir dann mit den Fahrrädern zum roten Leuchtturm. Dieser Leuchtturm ist tatsächlich noch in Betrieb. Er ist aber nicht mehr bemannt und offensichtlich auch schon seit längerem nicht mehr zu besuchen. Ein entsprechendes Schild an der Eingangstür weist darauf hin.

Vom Wasserturm fuhren wir durch das südlich vom Dorf gelegene Dünengebiet vorbei am Westerplas, ein See, der von vielen Vögeln bevölkert ist. Rund um den See gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Vögel zu beobachten. Weiter führte uns der Weg in Richtung Jacht-Hafen. Hier fuhren wir auf den Deich und stießen dort direkt auf die „Bank von Banck“. Der Besitzer der Insel in der Mitte des 19. Jahrhunderts hieß Banck und er hat für das Anlegen des Deiches im Süden der Insel gesorgt, so entstand ein größerer Polder, der heute landwirtschaftlich genutzt werden kann. Er hatte sich diese Bank am Ende des Deiches errichten lassen und man berichtet, dass er hier sehr oft gesessen und auf sein Werk geschaut hat. Der Weg führte uns weiter vor dem Deich bis zur Auffahrt zum Jacht-Hafen. Dort angekommen, stellten wir die Fahrräder ab und machten zu Fuß eine Runde durch den Hafen.

Dann fuhren wir zurück ins Dorf. Beim Hotel Graaf Bernstorff gönnten wir uns auf der Terrasse zum Abschluss unserer kleinen Rundreise dann noch einmal ein kühles Getränk. Da es inzwischen etwas abgekühlt war, wollten wir an diesem Abend nicht auf der Terrasse vor unserem Zimmer sitzen und gingen deshalb in den Hauptsaal des Hotels. Hier machten wir uns noch einen gemütlichen Abend mit 6 Runden Kniffel, die 4 zu 2 für Anita ausgingen. Die Theke im Hotel war an dem Abend gut besetzt und es herrschte eine fröhliche Stimmung, wie sagen die Niederländer, es war gesellig.

Schiermonnikoog, vierter Tag, 18. Juli 2026
Schiermonnikoog, zweiter Tag, 16. Juli 2026