Da wir tags zuvor zeitig im Bett waren, wurden wir wie gewohnt kurz vor 6 wach. In der kleinen Küche machten wir uns mit dem dort vorhandenen Wasserkocher, einen Nes-Kaffee. Da wir abends zuvor den Sonnenuntergang gesehen haben, hofften wir an diesem Morgen den Sonnenaufgang zu sehen.
So gingen wir aus dem Haus Richtung Loren-Damm. An den Gleisen ging wir Richtung Festland bis zur Abzweigung hinter der Warft. Wir setzten unseren Weg fort in Richtung Hafen. Kaum hatten wir uns vom Loren-Gleis entfernt, hörten wir das Poltern einer Lore, diese war offensichtlich auf dem Weg nach Langeneß. Wir setzen unseren Weg Richtung Hafen fort. Leider waren über dem Festland dunkle Wolken. So war die Sonne nicht sichtbar, obwohl es schon langsam hell wurde. Vom Hafen aus gingen wir nach rechts, Richtung Loren-Damm. Die Sonnenstrahlen wollten sich durch die Wolken kämpfen. Aber so richtig schafften sie es an diesem Morgen nicht. Erst als wir wieder bei den Gleisen der Loren-Bahn ankamen, setzte sich die Sonne langsam durch.
Wir gingen an den Gleisen entlang zurück zur Unterkunft. Dort tranken wir dann in der Wohnung noch einen Kaffee bevor wir dann um 8:30 Uhr in den Gemeinschaftsraum zum Frühstück gingen.
Reichhaltiges Frühstück im Gemeinschaftsraum
Hier war der Tisch mehr als reichlich gedeckt. Obst bzw. Obstsalat, Gurkensalat, Haferflocken, Milch, frische Brötchen und selbstgebackenes Brot, Wurst und Käse von regionalen Produzenten und richtig dicke Eier, mehrmals waren zwei Dotter in unseren Eiern. Bei einem so reichlich gedeckten Tisch war es kein Wunder, dass wir uns zum Frühstücken in der Regel eine Stunde Zeit ließen. Nach dem Frühstück legten wir zunächst eine Pause ein.
Gegen Mittag rafften wir uns dann auf und beschlossen, die Hallig einmal komplett zu umrunden. Ausgangspunkt für die Runde war der Hafen.

Die Hallig hat zur Seeseite hin eine Steinkante und ist rundum komplett umgeben von einem sogenannten Sommer-Deich, einen leicht angehöhten Bereich, der verhindern soll, dass die Wiesen, wo im Sommer die Pensions-Rinder laufen, bei jedem Hochwasser überflutet werden. Trotzdem kommt dies im Jahr etwa 30-mal vor, dann werden die Rinder, Loren, Traktoren und was sonst noch außerhalb der Warft steht auf den die Warft umgebenden Ringdeich geholt. Als Ausgangspunkt nahmen wir den Hafen, von dort aus gingen wir linksherum über den Sommerdeich.
Wir folgten vom Hafen aus dem Sommerdeich nach links.

Der Weg entlang des Sommer-Deiches ist mit circa 10 Bänken versehen, so dass man immer wieder Gelegenheit hat, sich auszuruhen und die Aussicht zu genießen. Immer wieder warfen wir auch den Blick zurück auf die Hallig, so bekamen wir die Warft im wahrsten Sinne des Wortes von allen Seiten zu sehen. Regelmäßig hörten wir auch das Poltern von Loren. Scheinbar dürfen diese in der Mittagszeit fahren, um Gäste zu holen oder zu bringen.
Eine Lore war mit einem Katzenkopf und der Aufschrift Bobcat verziert. Eine andere sah aus wie ein kleines Schiff mit Bullaugen. Wir folgten dem Sommerdeich im Süden von West nach Ost. Über das Watt sahen wir mit Blick nach Süden die Hallig Gröde und mit Blick nach Norden die Oland-Warft.
Die Hallig ist von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen. Das Wasser kann dann über die Siele ablaufen. Die Siele haben Klappen, die von dem ablaufenden Wasser aufgedrückt und von dem see-seitigen Wasser zugedrückt werden. So läuft das Wasser heraus aber bei Hochwasser nicht wieder rein. An der südöstlichen Ecke der Hallig angelangt, geht es weiter Richtung Norden, dort kreuzt der Sommer-Deich die Loren-Gleise. Fast wie an einem kleinen Bahnhof steht dort auch eine Bank. Hinter dem Sommer-Deich beginnt auch das Schutzgebiet.
Das Betreten des Schutzgebietes und des Loren-Dammes ist dahinter nicht mehr erlaubt.
In einer Wiese zwischen Warft und Badeplatz stehen zwei Fußballtore. Hier könnte man also auch Fußball spielen. In der Zeit, die wir auf der Hallig verbracht haben, haben wir nicht gesehen, dass davon Gebrauch gemacht wurde. Vorbei am Badeplatz und der Steinkante Richtung Westen, kreuzt der Sommer-Deich wieder die Loren-Gleise.
Der Damm geht noch weiter zur Nachbar-Hallig Langeneß am Horizont sind die ersten Warften von Langeneß bereits zu erkennen. Unser Mitbewohner Udo hatte an diesen Tag eine Wattwanderung nach Langeneß gemacht. Seine Spuren ins Watt konnte man am Badeplatz noch deutlich erkennen.
Das Boot, von dem wir morgens noch dachten, wie lange es wohl nicht mehr gebraucht worden ist, sahen wir in den Hafen einlaufen. Von Udo hörten wir nachher, das mit dem Boot „Hoffnung“ die Post zur benachbarten Hallig Gröde gebracht wird.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft, kamen wir noch an den Flutmarken vorbei. Die untere Marke zeigt den Stand bei normalen Landunter an. Wir würden an der Stelle dann noch so gerade mit dem Oberkörper aus dem Wasser schauen. Aber schon bei der Sturmflut-Marke, das ist die zweite Marke, wäre das Wasser über unseren Köpfen.

An dem Aufgang zum Hafen liegt auch die Gastwirtwirtschaft „Kiek in“. Leider sah diese etwas verlassen aus, die Pergola war umgefallen. Die Gartenmöbel aufgestapelt. In der Zeit unseres Aufenthaltes war die Gaststätte nicht geöffnet. Wir hörten, dass der Wirt erkrankt sei und die Gaststätte ohnehin nur öffnet, wenn ausreichend Reservierungen vorliegen, d. h. Ausflugsboote oder Wattwander-Gruppen kommen. Dabei könnte ich mir einen Aufenthalt auf der Terrasse recht schön vorstellen. Sie liegt auf der Südseite der Warft und bietet Ausblicke von Schlüttsiel bis zur Hallig Hooge.
Mit der Hallig-Umrundung hatten wir unser Aktivitäten-Programm für den Tag abgeschlossen und entspannten uns noch etwas in der Unterkunft. Insbesondere genossen wir wieder pünktlich um 19:00 Uhr das Abendessen.





























