Das meiste hatten wir schon am Vortag gepackt. Das Frühstück war an diesem Tag für 8:00 Uhr angesetzt. Wir sollten schon um 9:00 Uhr fahren, denn dann macht der Küstenschutz Pause und die Strecke ist frei. Claudia hatte schon am Vorabend gesagt, dass das Wetter an diesem Tag schlechter sein würde und wir möglicherweise im Regen zurückfahren müssten. Für diesen Fall wäre am Festland aber die Möglichkeit sich in den Gebäuden des Küstenschutzes umzuziehen. Aber wir hatten Glück, kurz vor 9:00 Uhr hörte der Regen auf und wir konnten im Trocknen zurück zum Festland fahren, es war wohl windig und kalt, aber dafür waren wir passend angezogen. So ging es ein letztes Mal über den Loren-Damm zurück zum Festland. Am Loren-Stellplatz gegen 9:30 Uhr angekommen, verabschiedeten wir uns dann herzlich von unserer Vermieterin, die wir gerne noch einmal wiedersehen würden.

Für die Rückreise hatten wir eine Zwischen-Übernachtung in Wischhafen eingeplant, so hatten wir noch Gelegenheit die nordfriesische Küste etwas zu erkunden und uns die Ausgangspunkte für mögliche spätere Reisen anzuschauen.

Wir begannen mit dem Hafen von Dagebüll, hierhin fahren die Fähren nach Föhr und Amrum, die uns in unserem Inselreise-Programm noch fehlen. Zu Fuß gingen wir vom Loren-Stellplatz, vorbei an dem kleinen Leuchtturm, der mittlerweile als Ferienwohnung genutzt wird, über den Deich bis Hafen in Dagebüll. Dann schlenderten wir die Hauptstraße in Dagebüll hinauf, bis wir bei der Zufahrt zum Loren-Stellplatz angekommen waren.

In Dagebüll konnte man sehen, dass die Saison noch nicht begonnen hatte, die zahlreichen Ferienwohnungen und Hotels sahen alle noch ziemlich verlassen aus, nur wenige Geschäfte und Cafés hatten offen. 

So kehrten wir zum Loren-Stellplatz zurück und fuhren mit dem Auto Richtung Schlüttsiel. Von hier fahren die Fähren zu den Halligen Hooge, Langeness und Gröde. Direkt am Hafen sind ein Hotel und ein großer Parkplatz. So wäre Schlüttsiel ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung weiterer Halligen. Unser Mitbewohner Udo hatte uns erzählt, dass er das Hotel regelmäßig besucht, als Ausgangspunkt für seine Wattwanderungen und Ausflugsfahrten zu den Halligen.

Von Schlüttsiel aus setzten wir die Rückreise fort in Richtung Hamburger Hallig. Diese Hallig ist insofern besonders, als das es mal eine Hallig war und heute eigentlich keine Hallig mehr ist, sie ist zwar bewohnt, bietet aber keine Übernachtungs-Möglichkeit. Somit ist sie in zweifacher Hinsicht, nicht auf der Liste der zu besuchenden Inseln.

Da wir aber sozusagen daran vorbeikommen, haben wir beschlossen, uns auch diese Hallig anzuschauen. Ausgangspunkt für den Besuch der Hallig, ist das Amsinck-Haus, ursprünglich hatten wir vor, von hier aus mit dem Fahrrad zur Hallig zu fahren, da es aber noch windiger werden sollte, riet man uns am Amsinck-Haus davon ab. Die Räder hätten wir dort ausleihen können, das hätte pro Person 2 Euro gekostet und der Parkplatz für das Auto hätte ebenfalls 2 Euro gekostet. Es ist aber auch möglich mit dem Auto bis zur Hallig zu fahren dafür wird eine Benutzungsgebühr von 6 Euro erhoben, diese muss mit einer Bankkarte bezahlt werden. So entschlossen wir uns mit dem Auto zu fahren.

Der Weg zur Hallig ist einspurig ausgebaut, alle paar hundert Meter gibt es Ausweichstellen, die mit Signal-Pfählen gekennzeichnet sind, somit kann man bei Gegenverkehr das Ausweichen gut einplanen, auf der Hinfahrt kam uns kein Autoentgegen, auf der Rückfahrt nur eines. Auf der Hallig selbst sind nur drei Gebäude, die Gaststätte Hallig-Krog und zwei Gebäude, die vom NABU genutzt werden, in einem ist eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Hallig und zum Wattenmeer. Im Hallig-Krog kann man gut essen, da das Frühstück aber noch nicht so lange her war, haben wir uns nur eine Suppe bestellt, die bei dem kalten und windigen Wetter aber eine gute Stärkung darstellte. Die Gaststätte war von innen gemütlich und auch die Terrasse wird bei gutem Wetter sicherlich schön sein. 

Wir suchten uns allerdings eine eher windgeschützte Ecke, um unseren Blick über das Watten-Meer schweifen zu lassen. Wir gingen noch eine kleine Runde bis zum Badestrand, vorbei an dem Pfahl mit den Hochwasser-Marken. Auf dem Rückweg hielten wir noch bei einer kleinen Warft an, auf der nur ein Haus stand, dass offensichtlich von den Mitarbeitern des NABU genutzt wird.

Von der Hamburger Hallig setzten wir den Weg fort zur kleinen Hafenstadt Husum. Hier fanden wir einen zentral gelegenen Parkplatz und konnten von dort bequem den Hafen und die Innenstadt erreichen. Wir bummelten eine Runde und bevor wir zurück zum Auto gingen, haben wir uns in einem Café am Hafen noch ein Stück Kuchen und einen Kaffee gegönnt.

Anschließend setzten wir unseren Weg fort zurück über Nord-Ostsee-Kanal und Eidermündung nach Glückstadt zur Elbfähre. Obwohl es eine lange Warteschlange gab, hatten wir wieder Glück und konnten mit der nächsten Fähre mitfahren. Scheinbar ist die Kapazität der Fähren für LKWs beschränkt, um die Fähren voll zu machen, werden dann noch PKWs aus der Warteschlange geholt. Uns kam ein Rollerfahrer entgegen, der uns nach vorne durchwinkte. So waren wir schon um 17:15 Uhr auf der Fähre nach Wischhafen. In Wischhafen hatten wir ein Zimmer für eine Zwischenübernachtung gebucht. Im Gästehaus, das direkt neben dem Hotel Fährhaus Wischhafen lag, hatten wir ein Zimmer im Erdgeschoss mit einer kleinen Terrasse. Die Abendsonne schien gerade noch in eine Ecke. In dem Hotel konnten wir auch zu Abend essen, dies war reichlich und lecker, sogar einen Nachtisch haben wir uns noch gegönnt.